Wenn du Häkeln lernen für Anfänger suchst und noch keine Erfahrung hast, brauchst du vor allem eines: eine klare Reihenfolge. Du musst nicht sofort verschiedene Maschen, komplizierte Muster oder ein ganzes Projekt beherrschen.
In diesem Guide lernst du zuerst, was du brauchst und wie Nadel und Faden zusammenspielen. Danach übst du Anfangsschlinge, Luftmaschen, feste Maschen und das Häkeln in Reihen. Am Ende setzt du diese Grundlagen in einer kleinen ungeformten Übungsfläche zusammen.
Diese Übungsfläche ist bewusst kein fertiges Projekt. Sie dient nur dazu, die grundlegenden Bewegungen, Einstichstellen und das Zählen der Maschen kontrolliert zu üben.
Dein Lernpfad. So lernst du häkeln Schritt für Schritt
Am Anfang wirkt Häkeln oft komplizierter, als es tatsächlich ist. Das liegt vor allem daran, dass viele neue Begriffe und Bewegungen gleichzeitig auftauchen.
Ein sinnvoller Lernweg sieht deshalb so aus:
- Material kennenlernen: Häkelnadel, Garn und kleines Zubehör bereitlegen.
- Nadel und Faden kontrollieren: eine angenehme Haltung und gleichmäßige Fadenspannung finden.
- Grundbewegungen lernen: Anfangsschlinge, Luftmaschen und feste Maschen üben.
- In Reihen arbeiten: Wendeluftmasche, erste und letzte Masche sowie die richtige Einstichstelle erkennen.
- Eine kleine Übungsfläche häkeln: die einzelnen Bewegungen zu einem gleichmäßigen Ablauf verbinden.
- Erst danach weitergehen: zum Beispiel zu einer vollständigen Häkelanleitung, zum Häkeln in Runden oder später zu Amigurumi.
Du musst also nicht erst einen ganzen Katalog an Häkelmaschen auswendig lernen. Für die ersten Übungen reichen wenige Grundlagen.
Was du zum Häkeln brauchst
Für den Einstieg ist keine große Ausstattung nötig. Wichtiger als möglichst viel Zubehör ist, dass du deine Maschen gut erkennen kannst.
Häkelnadel
Für die Übungen in diesem Lernpfad ist eine Häkelnadel von ungefähr 4,0–5,0 mm ein Richtwert. Sie sollte zum verwendeten Garn passen.
Gerade am Anfang hilft eine Kombination, bei der du die einzelnen Schlaufen und Maschenglieder deutlich sehen kannst.
Garn
Verwende möglichst ein glattes, helles und einfarbiges Garn. Als Garnstärke dienen DK bis Worsted als Richtwert.
Für die ersten Übungen sind sehr dunkle, stark flauschige, sehr dünne Garne und Effektgarne weniger geeignet. Bei ihnen lassen sich die einzelnen Maschenglieder und Einstichstellen schlechter erkennen.
Hilfreiches Zubehör

Zusätzlich brauchst du nur wenig:
- eine Schere zum Abschneiden des Garns,
- eine Woll- oder Stopfnadel zum Vernähen der Fadenenden,
- optional einen Maschenmarkierer, mit dem du beispielsweise die erste oder letzte Masche kennzeichnen kannst.
Damit hast du bereits alles, was für die Grundlagen dieses Lernpfads notwendig ist.
Nadel und Faden richtig halten
Beim Häkeln übernimmt jede Hand eine andere Aufgabe.
Der Arbeitsfaden ist der Garnabschnitt zwischen Knäuel und Häkelnadel beziehungsweise Häkelarbeit. Das kurze freie Ende ist das Fadenende und gehört nicht zur fortlaufenden Maschenbildung.
Eine Hand kontrolliert das Garn und damit möglichst gleichmäßig die Fadenspannung. Die andere Hand führt die Häkelnadel durch Schlaufen und Einstichstellen und holt den Arbeitsfaden.
Wie genau du die Nadel hältst, ist weniger wichtig als es zunächst klingt. Häufig wird zwischen einer Haltung ähnlich einem Messer und einer Haltung ähnlich einem Stift unterschieden. Entscheidend ist, dass du die Nadel kontrolliert bewegen kannst.
Auch für die Fadenhaltung gibt es nicht nur eine richtige Fingerposition. In diesem Lernpfad wird deshalb bewusst keine bestimmte Fingerwickeltechnik vorgeschrieben.
Die Grundbewegung. den Faden holen

Diese Bewegung begegnet dir immer wieder:
- Führe den Haken unter beziehungsweise an den Arbeitsfaden.
- Erfasse den Arbeitsfaden mit dem Haken.
- Drehe oder führe den Haken so, dass der Faden beim Durchziehen im Hakenkopf bleibt.
Versuche dabei nicht, das Garn besonders festzuhalten. Die Schlaufen müssen beweglich genug bleiben, damit die Häkelnadel hindurchgeführt werden kann.
Die wichtigsten Grundmaschen
Für den Einstieg brauchst du nicht jede existierende Häkelmasche. Wichtig ist zuerst, die grundlegenden Bewegungen zu verstehen.
Anfangsschlinge
Die Anfangsschlinge bringt die erste aktive Schlaufe auf deine Häkelnadel.
So entsteht sie:
- Lege das Garn zu einer Schlinge.
- Hole den Arbeitsfaden durch diese Schlinge.
- Setze die neue Schlaufe auf die Häkelnadel.
- Reguliere sie am Arbeitsfaden beziehungsweise am Fadenende so, dass sie kontrolliert auf der Hakenschaft sitzt.
Die aktive Schlaufe auf der Häkelnadel heißt Arbeitsschlaufe.
Sie wird nicht als zusätzliche gehäkelte Masche mitgezählt. Auch die Anfangsschlinge selbst zählt nicht als gehäkelte Luftmasche.
Ziehe die Arbeitsschlaufe nicht so fest, dass die Häkelnadel sie kaum noch passieren kann.
Luftmasche und Luftmaschenkette
Die Luftmasche – kurz Lm – gehört zu den ersten Bewegungen, die du beim Häkeln lernst.
Ausgangslage ist eine Arbeitsschlaufe auf der Häkelnadel.
Für eine Luftmasche:
- Hole den Arbeitsfaden mit dem Haken.
- Ziehe ihn durch die bereits auf dem Haken liegende Arbeitsschlaufe.
Damit hast du 1 Lm erzeugt und wieder eine Arbeitsschlaufe auf dem Haken.
Wiederholst du diese Bewegung, entsteht eine Luftmaschenkette.
Zum einfachen Bewegungs- und Zähltraining kannst du zunächst 10 Lm hintereinander häkeln. Danach hast du 10 Luftmaschen und zusätzlich die aktive Arbeitsschlaufe auf dem Haken. Diese Arbeitsschlaufe zählt nicht als elfte Luftmasche.
Die Maschenstruktur der Luftmaschenkette erkennen

Schau dir deine Luftmaschenkette anschließend genauer an.
Du kannst drei Bereiche unterscheiden:
- vorderes Maschenglied,
- hinteres Maschenglied,
- rückseitiger Quer- beziehungsweise Höckerfaden.
Diese Unterscheidung wird wichtig, sobald du aus der Luftmaschenkette deine erste Reihe fester Maschen arbeitest.
Für die Übungsfläche weiter unten wird die erste Reihe gezielt in die rückseitigen Höcker beziehungsweise Querfäden gearbeitet.
Das ist die festgelegte Einstichmethode dieser Übung. Andere Einstichmethoden werden dadurch nicht grundsätzlich als falsch bezeichnet.
Wendeluftmasche
Wenn du mehrere Reihen hin und zurück häkelst, musst du nach einer fertigen Reihe zur nächsten wechseln.
Dafür wird in diesem Lernsystem nach einer vorhandenen Arbeitsreihe 1 Wendeluftmasche (W-Lm) gehäkelt und anschließend die Arbeit gewendet.
Wichtig:
- Die W-Lm sorgt für die Arbeitshöhe der folgenden Reihe.
- Sie zählt hier nicht als feste Masche.
- Sie wird in der folgenden Reihe nicht behäkelt.
Die zusätzliche Luftmasche des später beschriebenen Referenzanschlags ist davon zu unterscheiden: Sie dient der Arbeitshöhe der ersten Reihe und wird ausdrücklich nicht als W-Lm bezeichnet.
Feste Masche

Die feste Masche – kurz fM – ist eine der wichtigsten Grundmaschen und bildet den Kern der Übungsfläche.
So wird eine feste Masche gearbeitet:
- In die festgelegte Einstichstelle einstechen.
- Arbeitsfaden holen.
- Den Faden durch die Einstichstelle ziehen.
Jetzt liegen 2 Schlaufen auf der Häkelnadel.
- Arbeitsfaden erneut holen.
- Durch beide Schlaufen auf der Häkelnadel ziehen.
Danach befindet sich wieder eine Arbeitsschlaufe auf dem Haken. Du hast 1 fM gehäkelt.
Wo stichst du bei einer festen Masche ein

Ab der zweiten Reihe musst du die Oberkante einer festen Masche erkennen können.
Dort siehst du eine V-förmige Struktur aus zwei Garnsträngen:
- das vordere obere Maschenglied,
- das hintere obere Maschenglied.
Für die Übungsfläche in diesem Artikel wird in den Reihen 2–5 die Häkelnadel immer unter beide Stränge dieses V geführt.
Du stichst also nicht nur unter ein einzelnes Maschenglied, sondern auch nicht unter einen seitlichen oder unteren Garnstrang.
Kettmasche
Die Kettmasche (Km) gehört ebenfalls zum grundlegenden Häkelwortschatz. Du wirst ihr in vielen Anleitungen begegnen.
Für die hier verwendete Übungsfläche wird sie technisch jedoch nicht benötigt. Deshalb führen wir an dieser Stelle keinen zusätzlichen Bewegungsablauf ein.
Halbes Stäbchen und Stäbchen
Auch halbe Stäbchen (hStb) und Stäbchen (Stb) sind wichtige Häkelmaschen. Sie erzeugen andere Maschenstrukturen und werden dir in vielen späteren Projekten begegnen.
Für deinen ersten Lernschritt musst du sie aber noch nicht beherrschen. Die technisch definierte Übungsfläche dieses Guides arbeitet ausschließlich mit Luftmaschen, Wendeluftmaschen und festen Maschen.
Wichtige Abkürzungen
Die folgende Tabelle enthält die für diesen Lernpfad beziehungsweise die technisch definierte Übungsfläche relevanten Pattern-Abkürzungen:
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| M | Masche(n) |
| Lm | Luftmasche |
| W-Lm | Wendeluftmasche |
| fM | feste Masche |
| Km | Kettmasche |
In ausführlicheren Häkelanleitungen wirst du später weitere Kürzel kennenlernen. Für diesen Lernpfad reichen zunächst diese Begriffe.
Häkeln in Reihen und Runden verstehen
Beim Häkeln begegnen dir grundsätzlich unterschiedliche Arbeitsweisen.
Bei Reihen arbeitest du über eine vorhandene Reihe, erreichst das Ende und arbeitest anschließend wieder zurück. Genau diese Arbeitsweise verwendest du bei der Übungsfläche in diesem Guide.
Die Wendelogik ist dabei besonders wichtig:
letzte fM → 1 W-Lm → wenden → erste tatsächliche fM der Vorreihe
Die Wendeluftmasche zählt in diesem Lernsystem nicht als feste Masche.
Beim Häkeln in Runden wird dagegen um einen Mittelpunkt oder entlang einer geschlossenen beziehungsweise umlaufenden Struktur gearbeitet. Je nach späterem Projekt können dabei weitere Techniken wie Zu- und Abnahmen relevant werden.
Für manche Arbeiten in Runden begegnet dir außerdem der magische Ring. Diese Technik gehört nicht zur Übungsfläche dieses Grundlagenartikels und wird hier bewusst nicht noch einmal Schritt für Schritt erklärt. Auf Hakelio findest du dafür die separate Anleitung zum magischen Ring häkeln.
Auch Amigurumi-spezifische Techniken wie Spiralrunden, Formen durch Zu- und Abnahmen, Füllen oder Zusammennähen von Körperteilen gehören nicht zu diesem Grundlagen-Lernpfad.
Häkelarbeit abschließen und Faden vernähen
Wenn du die letzte gewünschte Masche gearbeitet hast und keine weitere Reihe folgen soll, musst du die Arbeit sichern.
Bei der späteren Übungsfläche geschieht das direkt nach der letzten festen Masche der fünften Reihe. Es wird keine zusätzliche Wendeluftmasche gearbeitet.
So gehst du vor:
- Schneide das Garn mit einem ausreichend langen Fadenende ab.
- Verlängere die Arbeitsschlaufe auf der Häkelnadel.
- Ziehe das abgeschnittene Fadenende vollständig durch die verbleibende Arbeitsschlaufe.
- Ziehe die Verbindung kontrolliert fest.
- Vernähe das Fadenende anschließend mit einer Woll- oder Stopfnadel.
Dieser Abschluss erzeugt weder eine zusätzliche feste Masche noch eine weitere Arbeitsreihe.
Dein erstes Übungsstück

Jetzt verbindest du die einzelnen Grundlagen zu einer kleinen rechteckigen Übungsfläche.
Sie ist ausdrücklich kein eigenständiges Häkelprojekt. Du übst daran lediglich Luftmaschen, feste Maschen, Einstichstellen, Wenden und das Kontrollieren deiner Maschenzahl.
Die Endgröße ist nicht festgelegt und hängt von Garn, Nadel und deiner Häkelspannung ab.
Referenzanschlag
Häkle:
11 Lm = 10 Grundlagen-Lm + 1 zusätzliche Lm für die Arbeitshöhe der ersten Reihe.
„Grundlagen-Lm“ ist hier nur ein funktionaler Begriff für die 10 Luftmaschen des Referenzanschlags, die in Reihe 1 als Einstichstellen für die 10 festen Maschen dienen. Es handelt sich nicht um eine allgemein verbindliche Häkelbezeichnung.
Die zusätzliche hakennahe Luftmasche dient ausschließlich der Arbeitshöhe der ersten Reihe. Sie wird nicht als feste Masche gezählt und hier nicht als W-Lm bezeichnet.
Reihe 1
Du hast 11 Lm angeschlagen.
- Überspringe die hakennahe zusätzliche Lm für die Arbeitshöhe.
- Es bleiben 10 Grundlagen-Lm.
- Stich in den rückseitigen Höcker beziehungsweise Querfaden der nächsten Grundlagen-Lm ein und häkle 1 fM.
- Behandle anschließend jede der verbleibenden Grundlagen-Lm einmal.
Damit verwendest du exakt 10 Einstichstellen.
R. 1: 10 fM.
Es gibt keine Zu- oder Abnahmen.
Danach:
1 W-Lm → wenden.
Reihe 2

Nach dem Wenden suchst du die erste tatsächliche fM der Vorreihe.
An ihrer Oberkante erkennst du das V aus zwei Garnsträngen. Führe die Häkelnadel unter beide Stränge dieses V und arbeite 1 fM.
Wiederhole das über alle 10 tatsächlichen fM der Vorreihe.
Nicht nur unter das vordere oder hintere Maschenglied einstechen und nicht unter einen seitlichen oder unteren Garnstrang.
R. 2: 10 fM.
Danach:
1 W-Lm → wenden.
Reihen 3–5
Für alle drei Reihen bleibt das Prinzip gleich:
- Jede fM der Vorreihe besitzt an ihrer Oberkante ein V aus zwei Maschengliedern.
- Die Häkelnadel wird unter beide Stränge dieses V geführt.
- Jede der 10 tatsächlichen fM wird genau einmal behäkelt.
- Es gibt keine Zu- oder Abnahmen.
R. 3: 10 fM → 1 W-Lm → wenden.
R. 4: 10 fM → 1 W-Lm → wenden.
R. 5: 10 fM.
Nach R. 5 wird keine W-Lm gearbeitet, sofern keine weitere Arbeitsreihe folgen soll.
Damit besteht deine Übungsfläche aus 5 Arbeitsreihen mit jeweils 10 fM. Die Luftmaschenkette zählt nicht als Arbeitsreihe.

So kontrollierst du deine Ränder
Die erste und letzte Masche einer Reihe sind besonders wichtig.
Nach dem Wenden zählt die W-Lm nicht als Masche. Deine erste fM kommt deshalb direkt in die erste tatsächliche fM der Vorreihe.
Die letzte fM arbeitest du in die letzte tatsächliche fM der Vorreihe.
In beiden Fällen wird unter beide oberen Maschenglieder des V eingestochen.
Die W-Lm der Vorreihe wird nicht zusätzlich behäkelt.
Kontrolliere nach jeder Arbeitsreihe:
10 fM
Hast du nur 9 fM, wurde möglicherweise die erste oder letzte tatsächliche Masche ausgelassen. Hast du 11 fM, hast du möglicherweise zusätzlich die W-Lm behäkelt.
Wenn deine fünf Reihen fertig sind, schließt du die Arbeit wie oben beschrieben ab: keine zusätzliche W-Lm, Garn abschneiden, Arbeitsschlaufe verlängern, Fadenende vollständig durchziehen, kontrolliert festziehen und anschließend vernähen.
Hinweis zum Teststatus: Die technischen Abläufe und Maschenzahlen dieser Übungsfläche sind mathematisch und konstruktiv geprüft. Die Übungsfläche wurde nicht praktisch probegehäkelt.
Für dein erstes vollständiges Häkelprojekt kannst du anschließend zu den Hakelio-Häkelanleitungen wechseln. Dort geht es nicht mehr nur um einzelne Grundbewegungen, sondern darum, eine vollständige Anleitung zu lesen und umzusetzen.
Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Dein Häkelstück wird immer schmaler
Kontrolliere zuerst deine Maschenzahl.
Bei der Übungsfläche müssen alle fünf Arbeitsreihen jeweils 10 fM enthalten. Wenn du die erste oder letzte tatsächliche fM übersiehst, kann die Maschenzahl von 10 auf 9 sinken.
Gerade die letzte Masche einer Reihe ist für Anfänger manchmal schwer zu erkennen. Ein optionaler Maschenmarkierer kann dir helfen, den Rand im Blick zu behalten.
Dein Häkelstück wird breiter
Hier ist bei Reihen besonders die Wendeluftmasche verdächtig.
In diesem Lernsystem zählt die W-Lm nicht als fM und wird in der folgenden Reihe nicht behäkelt.
Wenn du die 10 tatsächlichen fM plus die W-Lm behäkelst, entstehen 11 Maschen statt 10.
Du findest die richtige Einstichstelle nicht
Unterscheide zwischen der ersten und den folgenden Reihen.
In R. 1 arbeitest du in die rückseitigen Höcker beziehungsweise Querfäden der Grundlagen-Lm.
In R. 2–5 suchst du dagegen das V an der Oberkante jeder tatsächlichen fM und führst die Häkelnadel unter beide Stränge dieses V.
Die Maschen sind sehr fest
Prüfe zuerst deine Fadenspannung und die Arbeitsschlaufe. Die Arbeitsschlaufe soll sich auf dem Hakenschaft bewegen können und nicht so festgezogen sein, dass der Haken kaum hindurchkommt.
Versuche außerdem nicht, jede Masche nach dem Arbeiten stark festzuziehen. Ziel ist zunächst ein kontrollierter, wiederholbarer Bewegungsablauf.
Die Maschen sehen noch ungleichmäßig aus
Am Anfang lernst du gleichzeitig Fadenspannung, Hakenführung, Einstichstellen und Zählen. Ein ungleichmäßiges Maschenbild bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du die Bewegung grundsätzlich falsch ausführst.
Konzentriere dich zunächst darauf, die vorgesehenen Einstichstellen zu treffen und deine Maschenzahl konstant zu halten.
Was Anfänger häufig wissen möchten
Wie lange dauert es, Häkeln zu lernen
Dafür gibt es keine feste Zeitangabe. Wie schnell die Bewegungen vertraut werden, hängt unter anderem davon ab, wie regelmäßig du übst.
Wichtiger als möglichst schnell viele Maschenarten zu lernen ist, dass du die grundlegenden Bewegungen sicher wiederholen kannst. Wenn Anfangsschlinge, Luftmaschen, feste Maschen, Wenden und Zählen funktionieren, hast du bereits eine gute Grundlage für einfache Projekte.
Ist Häkeln oder Stricken leichter
Das lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Die Techniken verwenden unterschiedliche Werkzeuge und Bewegungsabläufe.
Beim Häkeln arbeitest du mit einer Häkelnadel und einer aktiven Arbeitsschlaufe. Ob dir dieser Bewegungsablauf leichter fällt als das Arbeiten mit Stricknadeln, merkst du am besten beim Ausprobieren.
Wenn dein Ziel Häkeln ist, musst du Stricken jedenfalls nicht vorher lernen.
Kann man auch linkshändig häkeln
Ja. Die Maschenprinzipien bleiben gleich, die Bewegungsrichtung wird spiegelverkehrt ausgeführt.
Die technischen Beschreibungen dieses Lernpfads verwenden rechtshändiges Häkeln als Standard-Bewegungsrichtung. Als Linkshänder orientierst du dich deshalb spiegelverkehrt an den beschriebenen Maschenprinzipien.
Was ist bei deutschen und englischen Häkelbegriffen wichtig
Hier lohnt es sich, genau hinzusehen. Bei fremdsprachigen Anleitungen reicht eine wörtliche Vermutung anhand eines ähnlich klingenden Begriffs nicht aus.
Besonders englischsprachige Häkelanleitungen können außerdem unterschiedliche US- und UK-Terminologie verwenden. Prüfe deshalb vor dem Start, welches Begriffssystem die jeweilige Anleitung benutzt.
Für deinen Einstieg mit Hakelio musst du diese Systeme noch nicht auswendig lernen. Entscheidend ist zunächst, die deutschen Grundbegriffe wie Luftmasche, Wendeluftmasche, feste Masche und Kettmasche sicher zu erkennen.
So geht es nach den Grundlagen weiter
Wenn du die kleine Übungsfläche kontrolliert arbeiten kannst, musst du nicht einfach immer weitere Reihen häkeln. Sinnvoller ist der nächste Lernschritt.
Wenn du lernen möchtest, wie eine vollständige schriftliche Anleitung aufgebaut ist und wie du sie Schritt für Schritt abarbeitest, findest du auf Hakelio den Grundlagenartikel Häkelanleitung mit einem einfachen ersten Projekt.
Möchtest du anschließend in Runden arbeiten, kannst du dir die separate Hakelio-Anleitung zum magischen Ring ansehen. Dort wird diese Technik ausführlich behandelt, statt sie hier doppelt zu erklären.
Wenn dich kleine gehäkelte Figuren interessieren, ist Amigurumi-Häkeln für Anfänger ein nächster Schritt. Dort kommen Techniken hinzu, die bewusst nicht Bestandteil dieses Grundlagenartikels sind.
Für ein größeres, aber weiterhin geradlinig aufgebautes Kleidungsprojekt gibt es außerdem die Hakelio-Anleitung Sommertop häkeln für Anfänger.
So bleibt dein Lernweg übersichtlich:
Grundbewegungen verstehen → Übungsfläche häkeln → vollständige Anleitung lesen → weitere Techniken und Projekte kennenlernen.
FAQ
Was brauche ich zum Häkeln als Anfänger
Für die Übungen dieses Guides brauchst du eine Häkelnadel, geeignetes Garn, eine Schere und eine Woll- oder Stopfnadel. Ein Maschenmarkierer ist optional. Für die Übungsfläche dienen eine Häkelnadel von etwa 4,0–5,0 mm und Garn der Stärke DK bis Worsted als Richtwerte, wobei die Nadel zum Garn passen sollte.
Welche Wolle eignet sich für die ersten Häkelübungen
Ein glattes, helles und möglichst einfarbiges Garn erleichtert es dir, die Maschenstruktur und Einstichstellen zu erkennen. Sehr dunkles, flauschiges, sehr dünnes oder stark strukturiertes Effektgarn macht diese Kontrolle schwieriger.
Welche Maschen sollte ich zuerst lernen
Für diesen Lernpfad beginnst du mit Anfangsschlinge und Luftmaschen. Danach folgen feste Maschen sowie die Wendeluftmasche für das Arbeiten in Reihen. Weitere Maschenarten kannst du später ergänzen.
Muss ich alle Grundmaschen können, bevor ich ein Projekt beginne
Nein. Entscheidend ist, welche Techniken die jeweilige Anleitung tatsächlich benötigt. Für die Übungsfläche dieses Guides brauchst du beispielsweise keine Stäbchen, Zu- oder Abnahmen und keinen magischen Ring.
Warum wird mein Häkelstück breiter oder schmaler
Eine häufige Ursache ist eine veränderte Maschenzahl. Bei der Übungsfläche dieses Guides müssen alle Arbeitsreihen 10 fM enthalten. Wird eine tatsächliche Randmasche ausgelassen, kann die Reihe auf 9 fM schrumpfen. Wird zusätzlich die nicht mitzuzählende W-Lm behäkelt, können 11 fM entstehen.
Was kann ich nach den Grundlagen als Erstes häkeln
Nach den ersten Übungen ist ein einfach aufgebautes Projekt sinnvoll, bei dem du die bereits gelernten Bewegungen wiederholst. Auf Hakelio kannst du dafür zu den vollständigen Häkelanleitungen wechseln, statt die technische Übungsfläche aus diesem Artikel zu einem eigenen Projekt umzudeuten.
Brauche ich für den Einstieg einen magischen Ring
Nein. Für den technischen Lernpfad und die Übungsfläche dieses Artikels wird kein magischer Ring benötigt. Wenn du später Projekte in Runden oder Amigurumi häkeln möchtest, kannst du diese Technik separat lernen.


