Du möchtest eine Amigurumi-Puppe häkeln, ohne dich gleich mit vielen Einzelteilen, komplizierter Kleidung oder einer aufwendigen Perücke beschäftigen zu müssen? Diese kostenlose Anleitung zeigt dir eine bewusst reduzierte menschliche Häkelpuppe mit eingehäkelten Armen, kurzer Kleidung durch Farbwechsel, gesticktem Gesicht und einer einfachen Haarkappe.
Die Puppe wird größtenteils zusammenhängend gearbeitet. Du häkelst zuerst die Arme und Beine, verbindest anschließend die Beine und arbeitest Körper, Hals und Kopf direkt weiter. Nur die Haarkappe wird später separat angenäht.
Die Anleitung richtet sich an Anfänger, die feste Maschen, Zu- und Abnahmen, einen Fadenring und Spiralrunden bereits kennen.
Kurzer Überblick
- Projekt: kompakte menschliche Amigurumi-Puppe
- Schwierigkeitsgrad: Anfänger mit Amigurumi-Grundkenntnissen
- Konstruktion: 2 Beine, zusammenhängender Körper mit Hals und Kopf, 2 eingehäkelte Arme und 1 separate Haarkappe
- Gesicht: vollständig gestickt
- Kleidung: hauptsächlich durch Farbwechsel
- Draht oder starre Verstärkung: keine
- Voraussichtliche Gesamthöhe: ungefähr 18–22 cm
Die tatsächliche Größe hängt von Garn, Nadelstärke, Häkelspannung und Stopfung ab. Das Pattern wurde mathematisch und technisch geprüft, aber nicht praktisch probegehäkelt. Auch die reale Halsstabilität ohne Draht wurde deshalb nicht praktisch bestätigt.
Was du für die Amigurumi-Puppe brauchst
Die Materialangaben sind Richtwerte:
- Baumwollgarn oder Baumwollmischgarn in Amigurumi-geeigneter Stärke
- ungefähr Sport/DK bis leichtes Worsted-Garn
- Häkelnadel ungefähr 2,5–3,5 mm, passend zum Garn
- Hautfarbe
- Hosenfarbe
- Oberteil-/Shirtfarbe
- Haarfarbe
- schwarzes Stickgarn
- kleine Menge Garn für Nase und Mund
- Füllwatte
- mehrere Maschenmarkierer
- stumpfe Wollnadel
- Schere
Wähle die Häkelnadel so, dass ein dichtes Maschenbild entsteht und die Füllwatte später nicht zwischen den Maschen sichtbar wird.
Für diese Häkelpuppe werden keine Sicherheitsaugen, Knöpfe, Perlen, Drähte oder starre Innenverstärkungen verwendet.
Abkürzungen
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| Rd. | Runde |
| M | Masche(n) |
| Lm | Luftmasche(n) |
| fM | feste Masche |
| Km | Kettmasche |
| FR | Fadenring |
| Zun. | Zunahme: 1 Ausgangsmasche → 2 fM |
| Abn. | Abnahme: 2 Ausgangsmaschen → 1 fM |
Die Hauptteile werden in fortlaufenden Spiralrunden gehäkelt, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist.
So ist die Puppe aufgebaut
Bevor du mit der eigentlichen Amigurumi-Anleitung beginnst, hilft es, den Aufbau einmal komplett zu verstehen.
Zuerst häkelst du beide Arme. Sie werden später nicht angenäht, sondern direkt beim Häkeln des Körpers eingearbeitet.
Danach entstehen zwei einzelne Beine. Ihre genaue Ausrichtung ist wichtig, weil beide anschließend über eine kleine Luftmaschenbrücke miteinander verbunden werden.
Nach der Verbindung wird der Rundenanfang gezielt an die Rückseitenmitte verschoben. Dafür arbeitest du 13 Positionierungs-fM in bereits vorhandene Maschen. Diese 13 Maschen verändern den Umfang nicht.
Anschließend häkelst du den Körper weiter und arbeitest beide vorbereiteten Arme direkt ein. Schultern, Hals und Kopf folgen ohne separates Annähen.
Zum Schluss stickst du das Gesicht und nähst die separat gehäkelte Haarkappe an.
So bleibt die Zahl der Einzelteile überschaubar: Du brauchst keine separaten Schuhe, keine Finger, keine eigene Kleidung und keine komplizierte Perückenkonstruktion.
Amigurumi-Puppe häkeln – Anleitung

Arme häkeln
Häkle die Arme zuerst. Du brauchst 2 identische Arme.
Farbfolge:
- Rd. 1–3: Hautfarbe
- ab Rd. 4: Shirt-/Ärmelfarbe
Rd. 1: 6 fM in FR. (6 M)
Rd. 2: 6 Zun. (12 M)
Rd. 3: 12 fM. (12 M)
Rd. 4: (4 fM, Abn.) ×2. (10 M)
Wechsle zu Beginn von Rd. 4 zur Ärmelfarbe.
Rd. 5–10: Je 10 fM. (10 M)
Nach ungefähr Rd. 6 füllst du die Hand und den unteren Arm leicht. Stopfe nicht fest und lasse die oberen ungefähr 2–3 Runden ungefüllt.
Nach Rd. 10 legst du die Öffnung flach. Die 10 Umfangsmaschen bilden dadurch 5 gegenüberliegende Maschenpaare.
Nähe die Öffnung nicht zusammen. Schneide den Faden ab und sichere ihn.
Beim späteren Einhäkeln wird gemeinsam durch eine Körpermasche sowie durch Vorder- und Rücklage des flachgelegten Arms eingestochen. Jedes der 5 Maschenpaare belegt dabei genau eine Körpermasche.
Pro Arm werden deshalb 5 Körpermaschen benötigt.
Beine häkeln
Häkle 2 identische Beine.
Farbfolge:
- Rd. 1–5: Hautfarbe
- ab Rd. 6: Hosenfarbe
Die Verbreiterung am unteren Ende bildet einen stark vereinfachten Fuß.
Rd. 1: 6 fM in FR. (6 M)
Rd. 2: 6 Zun. (12 M)
Rd. 3: (3 fM, Zun.) ×3. (15 M)
Rd. 4: 15 fM. (15 M)
Rd. 5: (3 fM, Abn.) ×3. (12 M)
Rd. 6–12: Je 12 fM. (12 M)
Wechsle zu Beginn von Rd. 6 zur Hosenfarbe.
Nach Rd. 5 stopfst du den Fuß mäßig fest.
Nach Rd. 9 kannst du das Bein leicht bis mittel nachstopfen.
Nach Rd. 12 füllst du gleichmäßig weiter. Der obere Bereich soll jedoch nicht hart werden. Lass ungefähr die oberste Runde flexibel, damit sich die beiden Beine anschließend leichter verbinden lassen.
Beine richtig ausrichten
Dieser Schritt ist wichtig. Orientiere dich nicht an der sichtbaren Fußform, sondern ausschließlich an der Maschennummerierung von Rd. 12.
Bei beiden Beinen besitzt Rd. 12 genau 12 M.
Der Rundenmarker liegt unmittelbar vor M 1.
Bei beiden Beinen gilt deshalb:
Grenze zwischen M 12 und M 1 = Schrittinnenseite
Bein 1
Bein 1 liegt später aus Sicht der Puppe links.
- Vorderseite: M 1–6
- Rückseite: M 7–12
- Schrittinnenseite: Grenze M 12/M 1
- Außenseite: ungefähr Grenze M 6/M 7
Nach Rd. 12 befindet sich der Arbeitsfaden nach M 12 an der Grenze M 12/M 1.
Es wird keine Positionierung gearbeitet.
Schneide den Faden ab und sichere ihn. Lass den Maschenmarker an dieser Grenze oder setze dort einen zusätzlichen Markierfaden.
Bein 2
Bein 2 liegt später aus Sicht der Puppe rechts.
- Vorderseite: M 7–12
- Rückseite: M 1–6
- Schrittinnenseite: Grenze M 12/M 1
- Außenseite: ungefähr Grenze M 6/M 7
Nach Rd. 12 liegt der Arbeitsfaden ebenfalls nach M 12 und damit unmittelbar vor M 1.
Auch hier wird keine Positionierung gearbeitet.
Den Faden diesmal nicht abschneiden.
Beim Verbinden müssen die beiden Grenzen M 12/M 1 direkt zueinander zeigen.
Beine verbinden
Bein 2 bleibt aktiv.
Halte beide Beine nebeneinander:
- Bein 1 liegt aus Sicht der Puppe links.
- Bein 2 liegt rechts.
- Beide Grenzen M 12/M 1 zeigen zueinander.
- Die Vorderhälften beider Beine zeigen in dieselbe Richtung.
Damit sind die Beine technisch spiegelbildlich ausgerichtet.
3-Lm-Brücke

Der Arbeitsfaden befindet sich an der Schrittinnenseite von Bein 2.
3 Lm häkeln.
Diese 3 Lm bilden die Schrittbrücke.
Verbinde das freie Ende der Brücke mit der Schrittinnenseite von Bein 1.
Die erste Körpermasche wird in Bein-1-M 1 gearbeitet.
Körper-Rd. 1
Arbeite:
- 12 fM um Bein 1
- 3 fM entlang der ersten Seite der 3-Lm-Brücke
- 12 fM um Bein 2
- 3 fM entlang der gegenüberliegenden Seite der 3-Lm-Brücke
12 + 3 + 12 + 3 = 30 M
Die 3 ursprünglichen Luftmaschen werden auf beiden Seiten genutzt. Dadurch entstehen aus der Brücke insgesamt 6 Körpermaschen.
Ab jetzt gilt folgende verbindliche Nummerierung:
- M 1–12: Bein 1
- M 13–15: Brückenseite A = Rückseite
- M 16–27: Bein 2
- M 28–30: Brückenseite B = Vorderseite
Die mittlere rückwärtige Brückenmasche ist:
M 14 = Rückseitenmitte
Diese Festlegung von Vorder- und Rückseite bleibt für Körper, Armposition, Hals, Kopf und Gesicht erhalten.
Rundenanfang neu positionieren
Nach Körper-Rd. 1 hast du zuletzt M 30 gearbeitet. Der Arbeitsfaden liegt damit unmittelbar vor M 1.
Der neue Rundenanfang soll aber genau vor der bisherigen M 14 liegen, also an der Rückseitenmitte.
Arbeite deshalb exakt:
13 Positionierungs-fM über die bisherigen M 1–13.
Du häkelst also nacheinander in:
M 1, M 2, M 3, M 4, M 5, M 6, M 7, M 8, M 9, M 10, M 11, M 12 und M 13.
Die 13. Positionierungs-fM wird in die bisherige M 13 eingearbeitet.
Danach liegt der Arbeitsfaden unmittelbar vor der bisherigen M 14.
Setze dort einen neuen Rundenmarker und beginne ab jetzt die Maschenzählung neu.
Die bisherige M 14 wird M 1 von Körper-Rd. 2.
Damit befindet sich der neue Rundenanfang genau auf der Rückseitenmitte.
Wichtig: Die 13 Positionierungs-fM werden in bereits vorhandene Maschen gearbeitet. Sie erzeugen keine zusätzlichen Umfangsmaschen und keine zusätzliche vollständige Runde.
Der Körperumfang bleibt bei 30 m.
Körper häkeln

Der Rundenanfang liegt jetzt an der Rückseitenmitte.
Körper-Rd. 2–4: Je 30 fM. (30 M)
Körper-Rd. 5: (8 fM, Abn.) ×3. (27 M)
Körper-Rd. 6: 27 fM. (27 M)
Nach Körper-Rd. 6 wechselst du von der Hosenfarbe zur Shirtfarbe.
Körper-Rd. 7: (7 fM, Abn.) ×3. (24 M)
Nach Rd. 7 stopfst du den Schritt- und Hüftbereich nach. Verteile besonders zwischen den Beinen kleine Füllmengen gezielt.
Körper-Rd. 8–10: Je 24 fM. (24 M)
Nach Rd. 10 füllst du den Rumpf mit. Stopfe ihn nicht hart.
Arme einhäkeln

Ausgangsmaschenzahl: 24 M
Der Rundenanfang liegt weiterhin an der Rückseitenmitte.
Lege beide vorbereiteten Arme flach. Die Hände zeigen zu den Beinen.
Körper-Rd. 11
Arbeite vom hinteren Rundenanfang aus:
- 3 fM über Körpermaschen
- Arm 1 über die nächsten 5 Körpermaschen einhäkeln
- 8 fM über die Vorderseite
- Arm 2 über die nächsten 5 Körpermaschen einhäkeln
- 3 fM über die restliche Rückseite
3 + 5 + 8 + 5 + 3 = 24 M
Ende: 24 M
Beim Einhäkeln jeder Armposition stichst du gleichzeitig durch:
- die Körpermasche,
- die Vorderlage des Arms,
- die Rücklage des Arms.
Die Arme liegen dadurch spiegelbildlich an den Körperseiten.
Schultern und Hals häkeln
Körper-Rd. 12
(2 fM, Abn.) ×6.
24 → 18 M
Körper-Rd. 13
(4 fM, Abn.) ×3.
18 → 15 M
Danach:
- Rumpf nachstopfen.
- Schulterbereich vergleichsweise fest füllen.
- Füllwatte gleichmäßig bis unter die Armansätze verteilen.
- Den Bereich direkt unter dem Hals gut unterstützen.
- Armansätze nicht verformen.
Hals
Ausgang: 15 M
Hals-Rd. 1: 15 fM. (15 M)
Hals-Rd. 2: 15 fM. (15 M)
Keine weitere Halsrunde.
Der Hals bleibt bewusst kurz.
Vor Beginn der Kopfzunahme stopfst du den Hals sorgfältig mit kleinen Füllportionen fest.
Dabei gilt:
- Die Maschen dürfen sich nicht sichtbar auseinanderziehen.
- Der Hals darf nicht hart oder tonnenförmig werden.
- Die Schulter direkt unter dem Hals ebenfalls gut unterstützen.
Es wird kein Draht und keine starre interne Verstärkung eingesetzt.
Die Konstruktion basiert auf:
- 15 M Halsumfang
- nur 2 Halsrunden
- Schulterübergang 24 → 18 → 15 M
- maximal 35 mm Kopfumfang
- vergleichsweise fester Schulter- und Halsstopfung
Die tatsächliche Halsstabilität dieser Konstruktion wurde nicht praktisch bestätigt.
Kopf häkeln

Der Kopf wird direkt aus den 15 Halsmaschen weitergearbeitet.
Verwende Hautfarbe. Falls dein Hals bereits in Hautfarbe gearbeitet wurde, brauchst du keinen erneuten Farbwechsel.
Kopf-Rd. 1: (2 fM, Zun.) ×5. 15 → 20 M
Kopf-Rd. 2: (3 fM, Zun.) ×5. 20 → 25 M
Kopf-Rd. 3: (4 fM, Zun.) ×5. 25 → 30 M
Kopf-Rd. 4: (5 fM, Zun.) ×5. 30 → 35 M
Kopf-Rd. 5–10: Je 35 fM. (35 M)
Damit entstehen 6 gerade Kopfrunden bei maximalem Umfang.
Kopf-Rd. 11: (5 fM, Abn.) ×5. 35 → 30 M
Kopf-Rd. 12: (4 fM, Abn.) ×5. 30 → 25 M
Kopf-Rd. 13: (3 fM, Abn.) ×5. 25 → 20 M
Spätestens jetzt stopfst du den Kopf vollständig, aber kontrolliert.
Achte besonders darauf:
- die obere Kopfhälfte gleichmäßig zu füllen,
- beide Seiten symmetrisch zu formen,
- die Gesichtsvorderseite nicht stark auszubeulen.
Kopf-Rd. 14: (2 fM, Abn.) ×5. 20 → 15 M
Nachstopfen.
Kopf-Rd. 15: (1 fM, Abn.) ×5. 15 → 10 M
Ergänze jetzt die letzten kleinen Füllmengen.
Kopf-Rd. 16: 5 Abn. 10 → 5 M
Nicht weiterhäkeln.
Kopf schließen
Nach Kopf-Rd. 16 verbleiben 5 M.
Schneide den Faden mit ausreichender Länge ab.
Führe ihn mit einer Wollnadel nacheinander durch die vorderen Maschenglieder aller 5 verbleibenden Maschen:
M 1 → M 2 → M 3 → M 4 → M 5
Ziehe den Faden gleichmäßig an, bis sich die 5 Maschen zur Mitte schließen.
Sichere den Faden.
Führe das Fadenende durch den Kopf ins Innere und an einer anderen Stelle wieder nach außen. Ziehe leicht daran und schneide es bündig ab, sodass das Ende ins Innere zurückgleitet.
Gesicht sticken
Das Gesicht wird vollständig gestickt. Sicherheitsaugen, Perlen oder Knöpfe sind nicht vorgesehen.
Der Rundenanfang liegt hinten. Die gegenüberliegende Kopfseite ist die Gesichtsvorderseite.
Bei 35 M liegt die ungefähre Gesichtsmitte im Bereich um M 18.
Augen
Richtwert:
Kopf-Rd. 7–8
- Linkes Auge: ungefähr M 14
- Rechtes Auge: ungefähr M 22
- Abstand der Augenmittelpunkte: ungefähr 8 m
Arbeite für jedes Auge 2–3 kurze schwarze Stickstiche.
Halte die Augen klein.
Nase
Richtwert:
- mittig ungefähr bei M 18
- etwa 1–2 Runden unterhalb der Augenlinie
Arbeite die Nase mit wenigen kleinen Stichen.
Mund
Richtwert:
- mittig unter der Nase
- ungefähr 1–2 Runden unterhalb der Nase
Sticke auch den Mund klein und schlicht.
Die genannten Positionen sind konstruktive Richtwerte. Ihre optisch optimale Lage wurde nicht praktisch bestätigt.
Haarkappen häkeln und annähen

Die Haarkappe wird separat in Haarfarbe gehäkelt.
Haarkappen-Rd. 1: 6 fM in FR. (6 M)
Rd. 2: 6 Zun. (12 M)
Rd. 3: (1 fM, Zun.) ×6. (18 M)
Rd. 4: (2 fM, Zun.) ×6. (24 M)
Rd. 5: (3 fM, Zun.) ×6. (30 M)
Rd. 6: (5 fM, Zun.) ×5. (35 M)
Rd. 7–10: Je 35 fM. (35 M)
Nach Rd. 10:
1 Km
Schneide den Faden lang genug zum Annähen ab.
Haarkappe positionieren

Orientiere dich so:
- FR-Zentrum = Oberkopf
- Rd. 10 = unterer Kappenrand
- Vorderkante ungefähr oberhalb der Augen
- Hinterkante deutlich weiter nach unten über den Hinterkopf
- Die Kappe darf beim Annähen leicht nach hinten versetzt werden.
Fixiere die Kappe zuerst an vier Punkten:
- Stirnmitte
- Hinterkopfmitte
- linke Seite
- rechte Seite
Nähe den Kappenrand anschließend mit kleinen, gleichmäßigen Stichen am Kopf fest.
Ziehe den Faden nicht so stark an, dass sich die Kopfform verformt.
Eine komplexe Perücke ist nicht vorgesehen.
Optional kannst du höchstens wenige sehr kurze dekorative Haarstiche direkt mit Garn ergänzen. Für die Konstruktion sind sie nicht erforderlich.
Die tatsächliche Passform und die optimale Stirnlinie wurden nicht praktisch bestätigt.
Wann musst du die Puppe stopfen
Bei dieser Häkelpuppe wird die Füllwatte schrittweise eingebracht. Das ist besonders im Bein-, Schulter- und Halsbereich wichtig.
Füße: Nach Bein-Rd. 5 erstmals mittel bis mäßig fest stopfen. Nicht überfüllen.
Beine: Nach ungefähr Rd. 9 mittel nachstopfen. Nach Rd. 12 den oberen Beinbereich nur so weit füllen, dass die spätere Verbindung flexibel bleibt.
Schritt und Hüfte: Nach Körper-Rd. 4–7 kleine Portionen gezielt zwischen und oberhalb der Beine verteilen. Der Schrittbereich soll keine große Hohlstelle behalten, darf aber auch nicht so stark gefüllt werden, dass die Beinverbindung auseinandergedrückt wird.
Rumpf: Nach Körper-Rd. 10 mittel füllen und die Füllung gleichmäßig nach unten verteilen.
Schulter: Nach Körper-Rd. 13 vergleichsweise fest stopfen. Unterstütze besonders den Bereich direkt unter dem Hals und achte darauf, die Armansätze nicht zu verformen.
Hals: Nach Hals-Rd. 2 und noch vor den Kopfzunahmen mit kleinen Portionen fest stopfen. Es sollen keine Hohlstellen entstehen, die Maschen dürfen sich aber auch nicht auseinanderziehen.
Kopf: Spätestens nach Kopf-Rd. 13 bei 20 M Restöffnung vollständig stopfen. Mittel bis fest füllen, aber nicht extrem hart. Nach Rd. 14 nachstopfen und nach Rd. 15 die letzten kleinen Korrekturen vornehmen.
Typische Fehler und Lösungen
Die Beine sind versehentlich verdreht
Verlasse dich beim Ausrichten nicht auf die sichtbare Form der Füße. Die technische Orientierung erfolgt ausschließlich über die Maschennummerierung von Rd. 12.
Bei beiden Beinen muss die Grenze M 12/M 1 zur Schrittinnenseite zeigen.
Die Schrittinnenseiten zeigen nicht zueinander
Kontrolliere die Position vor dem Häkeln der 3-Lm-Brücke. Die Grenze M 12/M 1 von Bein 1 und die entsprechende Grenze von Bein 2 müssen direkt zueinander zeigen.
Erst dann werden die Beine verbunden.
Aus 30 Maschen werden plötzlich 43
Dann wurden die 13 Positionierungs-fM vermutlich als zusätzliche Maschen verstanden.
Die 13 Positionierungs-fM werden jedoch in bereits vorhandene Maschen gearbeitet. Sie verschieben lediglich den Rundenanfang von der ursprünglichen Position zur Rückseitenmitte.
Der Umfang bleibt 30 mm.
Die Arme sitzen nicht symmetrisch
Achte in Körper-Rd. 11 genau auf die Reihenfolge:
3 fM – 5 M mit Arm 1 – 8 fM – 5 M mit Arm 2 – 3 fM
So werden beide Arme auf Grundlage des hinteren Rundenanfangs spiegelbildlich positioniert.
Der Hals fühlt sich sehr weich an
Der Hals besteht nur aus 15 M und 2 Runden. Deshalb sollst du sowohl den Schulterbereich als auch den Hals sorgfältig mit kleinen Füllmengen unterstützen.
Eine Hohlstelle direkt unter dem Kopf solltest du vermeiden.
Da die Puppe nicht praktisch probegehäkelt wurde, lässt sich daraus jedoch keine garantierte reale Halsstabilität ableiten.
Der Hals wird dick und tonnenförmig
Das kann passieren, wenn zu viel Füllwatte in einen sehr kleinen Bereich gedrückt wird.
Fülle den Hals fest, aber portionsweise. Die Maschen sollen sich nicht sichtbar auseinanderziehen und der Hals soll seine schmale Form behalten.
Der Kopf wird zu hart
Der Kopf soll vollständig gefüllt sein, aber nicht extrem fest.
Eine zu starke Stopfung kann die Kopfform verändern und die Gesichtsvorderseite nach außen drücken. Besonders vor dem Schließen solltest du nur kleine Mengen ergänzen.
Die Haarkappe zieht den Kopf zusammen
Nähe die Haarkappe mit kleinen, gleichmäßigen Stichen an und ziehe den Faden nicht zu straff.
Fixiere sie zuerst an der Stirn, am Hinterkopf und an beiden Seiten. So lässt sich die Position kontrollieren, bevor du den gesamten Rand annähst.
FAQ
Ist die Amigurumi-Puppe für Anfänger geeignet?
Die Anleitung ist für Anfänger mit grundlegenden Amigurumi-Kenntnissen gedacht. Du solltest feste Maschen, Zu- und Abnahmen, den Fadenring und Spiralrunden bereits beherrschen.
Als allererstes Häkelprojekt ist die Puppe deshalb nicht gedacht. Durch die reduzierte Zahl an Einzelteilen und die direkt eingehäkelten Arme bleibt die Konstruktion jedoch vergleichsweise übersichtlich.
Wie groß wird die Puppe?
Als Planungswert sind ungefähr 18–22 cm vorgesehen.
Die tatsächliche Endgröße hängt von Garn, Nadelstärke, Häkelspannung und Stopfung ab und wurde nicht praktisch bestätigt.
Brauche ich Draht für den Hals?
Nein. Die Konstruktion verwendet weder Draht noch eine andere starre Innenverstärkung.
Der Hals besteht aus 15 Maschen und nur 2 Runden und wird durch die Füllung von Schulter und Hals unterstützt. Die reale Stabilität ohne Draht wurde jedoch nicht praktisch getestet.
Warum werden die Arme eingehäkelt?
Die Arme werden bereits in Körper-Rd. 11 eingearbeitet. Dadurch musst du sie später nicht separat annähen.
Jeder flachgelegte Arm belegt 5 Körpermaschen.
Warum wird nach der Beinverbindung 13 zusätzliche fM gearbeitet?
Es sind technisch keine zusätzlichen Umfangsmaschen.
Die 13 Positionierungs-fM werden in die bereits vorhandenen M 1–13 der ersten Körperrunde eingearbeitet. Damit wird lediglich der Rundenanfang so verschoben, dass die bisherige M 14 zur neuen M 1 wird.
Der Körper besitzt danach weiterhin 30 M.
Kann ich Sicherheitsaugen verwenden?
Das vorliegende Pattern sieht keine Sicherheitsaugen vor. Das Gesicht wird vollständig gestickt.
Sicherheitsaugen sind daher keine technische Komponente dieser Anleitung.
Kann ich andere Farben verwenden?
Die Konstruktion unterscheidet zwischen Hautfarbe, Hosenfarbe, Shirt-/Ärmelfarbe und Haarfarbe.
Welche konkreten Farbtöne du dafür wählst, kannst du an deinen gewünschten Look anpassen, solange du die vorgesehenen Farbwechsel der Anleitung beibehältst.
Kann ich der Puppe längere Haare machen?
Das freigegebene Pattern enthält eine einfache Haarkappe. Optional sind höchstens wenige sehr kurze dekorative Haarstiche vorgesehen.
Eine Konstruktion für längere Haare oder eine komplexe Perücke ist nicht Bestandteil dieser Anleitung.
Mit dieser kostenlosen Häkelanleitung für eine Amigurumi-Puppe entsteht eine bewusst reduzierte menschliche Häkelpuppe: mit zwei Beinen, direkt eingehäkelten Armen, kurzem drahtfreiem Hals, gesticktem Gesicht und einer separat angenähten Haarkappe. Die entscheidenden Stellen sind dabei weniger komplizierte Einzelteile als eine saubere Orientierung der Beine, die korrekt verstandene 13 Positionierungs-fM und eine kontrollierte Stopfung von Schulter, Hals und Kopf.



