Du möchtest stricken lernen und dabei nicht nur einzelne Maschen üben, sondern direkt ein kleines Projekt fertigstellen? Mit dieser Strickanleitung für Anfänger arbeitest du ein einfaches Spültuch beziehungsweise einen Waschlappen in Hin- und Rückreihen.
Das Projekt besteht aus nur einem Teil und wird kraus rechts gestrickt. Du brauchst keine Zu- oder Abnahmen, keine Montage und keine zusätzlichen Randmaschen. Gleichzeitig übst du wichtige Grundlagen: Maschen anschlagen, rechte Maschen stricken, die Arbeit richtig wenden, Maschen und Reihen kontrollieren, abketten und Fäden vernähen.
Die technische Konstruktion besteht aus 28 Maschen und 50 Reihen. Als Planungsmaß sind ungefähr 17 × 18 cm vorgesehen. Dieses Maß kann je nach Garn, Nadelstärke und Strickspannung abweichen und wurde für dieses konkrete Projekt nicht praktisch bestätigt.
Was du mit dieser Strickanleitung lernst
Ein kleines flaches Strickstück eignet sich gut, um die grundlegenden Abläufe in Ruhe kennenzulernen. Statt mehrere Muster oder Formtechniken miteinander zu kombinieren, konzentrierst du dich auf wenige Schritte.
Bei diesem Projekt lernst du:
- einen klassischen Kreuzanschlag mit 28 Maschen;
- rechte Maschen;
- kraus rechts in Hin- und Rückreihen;
- das vollständige Beenden und anschließende Wenden einer Reihe;
- die erste und letzte Masche richtig zu erkennen;
- Maschen und Reihen zu kontrollieren;
- locker abzuketten;
- Anfangs- und Endfaden zu vernähen.
Das Tuch bleibt während der gesamten Musterfläche bei 28 Maschen. Dadurch hast du einen einfachen Kontrollwert: Nach jeder vollständig gestrickten Reihe sollen weiterhin genau 28 Maschen vorhanden sein.
Material für dein erstes Strickprojekt
Für das Spültuch brauchst du:
- waschbares Baumwollgarn, vorzugsweise 100 % Baumwolle;
- Garnstärke ungefähr Worsted/Aran als Richtwert;
- für Anfänger vorzugsweise eine helle, einfarbige Farbe;
- Stricknadeln, Richtwert 5,0 mm beziehungsweise passend zur Garnbanderole;
- ca. 40–55 g Garn als nicht praktisch bestätigten Planungsrichtwert;
- eine stumpfe Woll- oder Stopfnadel;
- eine Schere;
- optional einen Reihenzähler und ein Maßband.
Der tatsächliche Garnverbrauch dieses konkreten Projekts wurde nicht praktisch bestätigt.
Warum ein helles, einfarbiges Garn hilfreich ist
Gerade am Anfang musst du einzelne Maschen möglichst deutlich erkennen können. Ein helles, einfarbiges Garn erleichtert dir den Blick auf die Maschenstruktur und hilft beim Zählen.
Achte außerdem auf die Angaben der Garnbanderole. Der Richtwert dieser Anleitung liegt bei 5,0-mm-Stricknadeln, die verwendete Nadel sollte aber zum Garn passen.
Brauchst du eine Maschenprobe?
Eine verbindliche separate Maschenprobe ist für dieses Projekt nicht vorgesehen. Das Tuch selbst dient gleichzeitig als Übungsfläche.
Nach ungefähr 8–10 Reihen kannst du dein Strickstück entspannt und ohne Dehnen flach hinlegen und die Breite kontrollieren. Ungefähr 17 cm Breite sind dabei lediglich ein Planungsrichtwert.
Die tatsächliche Größe hängt unter anderem von Garnstärke, Nadelstärke, deiner Strickspannung und dem Verhalten des Garns nach dem Waschen ab.
Wichtige Begriffe vor dem Start
Damit du die Anleitung leichter lesen kannst, brauchst du nur wenige Abkürzungen und Begriffe:
- M = Masche beziehungsweise Maschen
- R. = Reihe
- re M = rechte Masche
- Kraus rechts = In jeder Hin- und Rückreihe ausschließlich rechte Maschen stricken.
- Arbeitsfaden = Der zum Knäuel führende Faden, mit dem du die nächste Masche arbeitest.
- Wenden = Die aktuelle Reihe zuerst vollständig bis einschließlich der letzten Masche arbeiten und erst danach die Arbeit drehen.
Für dieses Projekt gibt es keine separaten Randmaschen. Die erste und die letzte Masche jeder Reihe gehören zu den insgesamt 28 Maschen und werden jeweils normal rechts gestrickt.
Die Strickanleitung für Anfänger Schritt für Schritt

1. 28 Maschen anschlagen
Verwende den klassischen Kreuzanschlag.
Schlage exakt 28 M an.
Wichtig ist dabei die Zählweise: Die Anfangsschlaufe auf der Nadel zählt bereits als erste der insgesamt 28 Maschen. Wenn du mit dem Anschlag fertig bist, müssen deshalb genau 28 Schlaufen beziehungsweise Maschen auf deiner Nadel liegen.
Zähle sie einmal durch:
1, 2, 3 … 28.
Es wird keine zusätzliche Randmasche angeschlagen.
Ziehe den Anschlag nicht unnötig fest. Die Maschen sollen sich auf der Nadel bewegen lassen.
2. Reihe 1 stricken

Stricke:
28 re M
Am Ende der Reihe hast du weiterhin:
28 M
Arbeite auch die letzte Masche der Reihe vollständig. Erst danach wendest du die Arbeit.
Nach dem Wenden befindet sich die Nadel mit den 28 noch zu strickenden Maschen wieder in der Ausgangsposition für die nächste Reihe.
3. Reihe 2 stricken
Nach dem Wenden bringst du den Arbeitsfaden in die normale Ausgangsposition für die nächste rechte Masche. Entscheidend ist dabei die Seite, die du jetzt stricken möchtest – nicht eine dauerhaft gleiche physische Seite des Tuchs.
Achte besonders darauf, den Arbeitsfaden nicht über die Nadel zu legen. Sonst kann unbeabsichtigt ein Umschlag und damit eine zusätzliche Masche entstehen.
Ziehe den Arbeitsfaden außerdem nicht so um oder über die erste Masche, dass deren zwei Maschenschenkel auseinandergezogen werden und wie zwei getrennte Maschen aussehen.
Die tatsächliche erste Masche wird genau einmal normal rechts gestrickt. Danach strickst du alle übrigen Maschen ebenfalls rechts.
Insgesamt: 28 re M
Am Ende:
28 M
Beende auch diese Reihe vollständig und wende erst danach.
4. Reihen 3 bis 50 stricken
Ab jetzt wiederholst du den Ablauf von Reihe 2.
Für R. 3–50 gilt:
jeweils insgesamt 28 re M
R. 3–50 umfasst exakt 48 Reihen.
Zusammen mit R. 1 und R. 2 ergibt das:
1 + 1 + 48 = 50 Reihen
Nach jeder vollständigen Reihe bleibt der Sollbestand:
28 M
Damit werden innerhalb der Musterfläche insgesamt:
50 R. × 28 M = 1.400 regulär gestrickte rechte Maschen
gearbeitet.
Es gibt während dieser 50 Reihen keine geplanten Zu- oder Abnahmen.
So wendest du die Arbeit, ohne zusätzliche Maschen zu erzeugen

Gerade am Reihenanfang kann die Maschenzahl unbemerkt steigen. Halte dich deshalb beim Wenden an einen festen Ablauf:
- Stricke die aktuelle Reihe einschließlich der letzten Masche vollständig.
- Wende erst danach die Arbeit.
- Bringe die Nadel mit den 28 noch zu strickenden Maschen in die Ausgangsposition für die neue Reihe.
- Bringe den Arbeitsfaden in die normale Ausgangsposition für die nächste rechte Masche.
- Lege den Arbeitsfaden nicht über die Nadel.
- Vermeide einen unbeabsichtigten Umschlag.
- Ziehe den Arbeitsfaden nicht so um die erste Masche, dass deren zwei Maschenschenkel wie zwei einzelne Maschen erscheinen.
- Stricke die tatsächliche erste Masche genau einmal normal rechts.
- Arbeite weiter, bis alle 28 Maschen genau einmal gestrickt wurden.
Am Ende jeder vollständigen Reihe sollen wieder exakt 28 Maschen vorhanden sein.
Die Randmaschen bei diesem Spültuch
Du brauchst bei diesem Projekt keine besondere Randmaschentechnik.
Die erste Masche jeder Reihe wird normal rechts gestrickt. Sie wird nicht abgehoben und gehört zu den 28 Maschen.
Dasselbe gilt für die letzte Masche: Auch sie wird normal rechts gestrickt und zählt innerhalb der 28 Maschen.
Es gibt also:
- keine separaten Randmaschen;
- keine abgehobenen Randmaschen;
- keine zusätzliche Randmasche.
Die erste und die letzte Masche werden jeweils genau einmal gearbeitet.
Nach Reihe 50
Nach R. 50 befinden sich weiterhin:
28 M
auf der Nadel.
Beginne jetzt keine weitere Musterreihe und wende nicht mehr, um R. 51 zu stricken. Als Nächstes wird abgekettet.
Abketten. So beendest du dein Strickstück

Ausgangspunkt sind exakt 28 Maschen.
Kette locker ab:
- Stricke die erste Masche rechts.
- Stricke die zweite Masche rechts.
- Hebe die zuerst gestrickte Masche über die zweite gestrickte Masche und über die Nadelspitze.
Jetzt bleibt 1 aktive Masche.
Für jede weitere Ausgangsmasche gehst du genauso weiter:
- Stricke die nächste Masche rechts, sodass kurzfristig zwei aktive Maschen vorhanden sind.
- Hebe die vorherige aktive Masche über die neu gestrickte Masche.
Danach bleibt wieder eine aktive Masche.
Verarbeite auf diese Weise alle 28 Ausgangsmaschen.
Insgesamt erfolgen dabei exakt 27 Überhebevorgänge.
Nach Verarbeitung aller 28 Ausgangsmaschen bleibt:
1 aktive Schlaufe
übrig.
Überspringe keine Ausgangsmasche und ziehe die Abkettkante nicht unnötig fest.
Faden sichern und vernähen
Nach dem letzten Abkettvorgang:
- Verlängere die verbleibende Schlaufe etwas.
- Schneide den Arbeitsfaden mit ausreichendem Ende ab.
- Ziehe den Faden vollständig durch die verbleibende Schlaufe.
- Ziehe ihn vorsichtig fest.
Anschließend vernähst du Anfangs- und Endfaden mit der stumpfen Woll- oder Stopfnadel. Führe die Fäden durch mehrere vorhandene Maschenbögen der kraus-rechten Struktur.
Vermeide lange sichtbare Fadenstrecken auf der Vorderseite. Nach dem Vernähen kannst du die Fadenenden abschneiden.
Eine Montage ist nicht erforderlich.
Die Haltbarkeit dieser konkreten Vernähmethode an diesem Projekt wurde nicht praktisch bestätigt.
So kontrollierst du deine Arbeit
Eine der einfachsten Möglichkeiten, Fehler früh zu bemerken, ist regelmäßiges Zählen. Bei diesem Projekt hast du einen besonders klaren Sollwert: Von R. 1 bis R. 50 bleiben es immer 28 Maschen.
Nutze diese Kontrollpunkte:
- Nach dem Anschlag: exakt 28 M
- Nach R. 1: exakt 28 M
- Nach R. 5: exakt 28 M
- Nach R. 10: exakt 28 M und die Breite ungefähr mit dem Planungsmaß vergleichen
- Danach regelmäßig: weiterhin 28 M
- Nach jedem Wenden: tatsächliche erste Masche eindeutig identifizieren
- Nach R. 50: exakt 28 M
- Vor dem Abketten: exakt 50 Reihen abgeschlossen
- Nach dem Abketten: keine offenen Projektmaschen mehr; nur die letzte Schlaufe sichern
- Zum Abschluss: Anfangs- und Endfaden vernähen
Wenn deine Maschen am Anfang noch nicht vollkommen gleichmäßig aussehen, konzentriere dich zuerst auf die technischen Kontrollpunkte: Die Maschenzahl soll konstant bleiben und keine Masche soll unbeabsichtigt verloren gehen oder hinzukommen.
Häufige Anfängerfehler und ihre Ursachen
Plötzlich sind 29 statt 28 Maschen auf der Nadel
Wenn du plötzlich 29 M zählst, kann beim Wenden ein unbeabsichtigter Umschlag entstanden sein. Eine weitere mögliche Ursache ist, dass du den Randbereich doppelt gearbeitet hast.
Prüfe besonders den Übergang zwischen zwei Reihen.
Die erste Masche sieht wie zwei Maschen aus
Das kann passieren, wenn der Arbeitsfaden die beiden Maschenschenkel der ersten Masche auseinanderzieht.
Zähle sie nicht automatisch als zwei Maschen. Identifiziere die tatsächliche erste Masche und stricke sie genau einmal.
Die Maschenzahl steigt immer wieder
Prüfe, ob du die erste und letzte Masche richtig erkennst. Achte außerdem darauf, dass du den Arbeitsfaden beim Wenden nicht versehentlich über die Nadel legst.
Der technische Sollwert bleibt 28 M.
Es sind nur noch 27 Maschen vorhanden
Möglicherweise hast du eine Masche ausgelassen oder fallengelassen. Eine Masche kann auch versehentlich mit einer anderen zusammengestrickt worden sein.
Eine Verringerung auf 27 Maschen gehört nicht zur vorgesehenen Konstruktion.
Das Strickstück wird immer breiter
Wenn die Seiten zunehmend auseinanderlaufen, sind wahrscheinlich zusätzliche Maschen entstanden. Zähle deine Maschen und kontrolliere besonders die Reihenanfänge.
Das Strickstück wird schmaler
Dann wurden wahrscheinlich Maschen verloren oder übersprungen. Auch hier hilft dir der konstante Sollwert von 28 Maschen bei der Fehlersuche.
Eine Schlaufe löst sich unterhalb der Nadel
Es könnte eine Masche fallengelassen worden sein. Stricke nicht einfach darüber hinweg weiter, ohne die Stelle zu prüfen.
Die Anschlagkante zieht sich stark zusammen
Der Anschlag ist möglicherweise zu fest. Beim Anschlagen sollen sich die Maschen auf der Nadel bewegen lassen.
Die Abkettkante zieht sich zusammen
Dann hast du möglicherweise zu fest abgekettet. Die 28 Ausgangsmaschen sollen locker abgekettet werden.
Fertigbehandlung
Ein aggressives Spannen ist für dieses Projekt nicht erforderlich.
Orientiere dich bei der Pflege immer an den Angaben auf der Garnbanderole:
- Wasche das Tuch entsprechend den Pflegeangaben des Garnherstellers.
- Lege es nach dem Waschen vorsichtig in Form.
- Dehne es nicht unnötig stark.
- Trockne es entsprechend den Herstellerangaben.
- Ein leichtes Ausrichten im feuchten Zustand ist optional.
Das tatsächliche Waschverhalten dieses konkreten Tuchs wurde nicht praktisch bestätigt.
Wie groß wird das fertige Spültuch

Das Planungsmaß liegt bei ungefähr 17 × 18 cm.
Dieses Maß ist kein garantiertes Endmaß. Die technische Konstruktion wird durch 28 M × 50 R. definiert. Wie groß dein Tuch tatsächlich wird, hängt unter anderem von deinem Garn, der Nadelstärke, deiner persönlichen Strickspannung und dem Verhalten des Materials nach dem Waschen ab.
Auch die geplante Garnmenge von ca. 40–55 g ist ein nicht praktisch bestätigter Richtwert.
Was du nach diesem Projekt als Nächstes lernen kannst
Wenn du das Tuch fertiggestellt hast, kennst du bereits mehrere grundlegende Abläufe: Anschlagen, rechte Maschen, Hin- und Rückreihen, Wenden, Zählen, Abketten und Vernähen.
Als nächsten Lernschritt kannst du eine weitere Stricktechnik auswählen und sie zunächst separat üben, bevor du ein Projekt mit mehr Formgebung oder zusätzlichen Arbeitsschritten beginnst. So baust du auf den Grundlagen dieses ersten flachen Projekts auf, ohne zu viele neue Techniken gleichzeitig einführen zu müssen.
Häufige Fragen zur Strickanleitung für Anfänger
Welches Strickprojekt eignet sich für absolute Anfänger?
Ein kleines flaches Projekt kann den Einstieg übersichtlich halten. Dieses Spültuch besteht aus einem einzigen Teil, wird in Hin- und Rückreihen kraus rechts gestrickt und benötigt weder Zu- noch Abnahmen oder eine Montage.
Wie viele Maschen muss ich anschlagen?
Du schlägst mit dem klassischen Kreuzanschlag exakt 28 M an. Die Anfangsschlaufe zählt als erste dieser 28 Maschen. Es wird keine zusätzliche Randmasche angeschlagen.
Warum habe ich plötzlich 29 statt 28 Maschen?
Möglicherweise ist beim Wenden ein unbeabsichtigter Umschlag entstanden oder der Randbereich wurde doppelt gearbeitet. Auch eine auseinandergezogene erste Masche kann optisch wie zwei Maschen wirken. Der Sollbestand nach jeder vollständigen Reihe beträgt weiterhin exakt 28 M.
Muss ich Randmaschen stricken?
Es werden keine separaten Randmaschen gearbeitet. Die erste und die letzte Masche jeder Reihe werden normal rechts gestrickt und zählen innerhalb der insgesamt 28 Maschen.
Muss ich vorher eine Maschenprobe stricken?
Eine verbindliche separate Maschenprobe ist nicht vorgesehen. Das Tuch selbst dient gleichzeitig als Übungsfläche. Nach ungefähr 8–10 R. kannst du es entspannt flach hinlegen und die Breite kontrollieren.
Wie groß wird das Spültuch?
Ungefähr 17 × 18 cm sind als Planungsmaß vorgesehen. Das tatsächliche Endmaß wurde nicht praktisch bestätigt und kann durch Garn, Nadelstärke, Strickspannung und Waschverhalten abweichen.
Wie erkenne ich, dass ich 50 Reihen gestrickt habe?
Zähle deine Reihen während der Arbeit oder nutze optional einen Reihenzähler. Die Anleitung besteht aus R. 1, R. 2 und anschließend R. 3–50. Damit arbeitest du insgesamt exakt 50 Reihen. Nach R. 50 sollen weiterhin 28 Maschen auf der Nadel liegen; anschließend folgt das Abketten.


